Korea
Erste niedrig gebrannte Irdenwaren mit Schnurdekor sind in Korea seit dem 5. Jt. v. Chr. nachweisbar. Seit etwa 1000 v. Chr. verlegten sich die Töpfer auf undekorierte Irdenwaren, die in ihrem Aussehen den japanischen yayoi-Keramiken ähneln. Um Christi Geburt setzte sich aus China kommend die Töpferscheibe durch und ermöglichte zahlreiche neue Formen. Während der im 3. Jahrhundert beginnenden sogenannte Periode der Drei Reiche (Goguryeo, bis 668; Silla, bis 668; Baekje, bis 663) wurden hochgebrannte grau-schwarze Steinzeuge und auch niedriger gebrannte, grün glasierte Waren hergestellt, die auf eine hochentwickeltere Ofentechnik schließen lassen. Diese Techniken wurden in der an die Drei Reiche anschließenden Vereinigten Silla-Periode (668-918) verfeinert und weiterentwickelt.
Während der Goryeo-Dynastie (918-1392) erreichte die Keramikherstellung eine Blüte. Neben den aus China kommenden grünen Seladonen wurden um 1000 auch erstmals Porzellane in Korea gebrannt. Hervorzuheben ist die bis heute angewandte sanggam-Technik, bei welcher kunstfertige Einlegearbeiten in den noch ungebrannten Scherben der Seladone vorgenommen werden. Die herausgeschnittenen und eingekerbten Motive werden anschließend mit kaolinhaltigem Ton sowie durch dunkle Pigmente eingefärbtem Schlicker ausgelegt. Eine letzte Schicht Seladonglasur festigt die farbig gefassten Muster und versiegelt sie zugleich. Daneben entwickelte sich ein eigenständiger Formenkanon, wie Gefäße in Kugelform mit kantigem Hals sowie elegante kürbisförmige Kannen für den Weingenuss.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde während der Joson-Dynastie (1392-1910) vermehrt blauweißes Porzellan hergestellt. Typisch für diese koreanischen Porzellane war ihre flüchtige, minimalistische, asymmetrische Bemalung. Aufgrund der geographischen Lage Koreas zwischen China und Japan wurde Korea zum Vermittler von Herstellungs- und Ofentechniken zwischen seinen beiden Nachbarn. Dies geschah nicht immer freiwillig: Von dem so genannten Töpferfeldzug 1596 brachte der japanische Feldherr Toyotomi Hideyoshi als Kriegsbeute koreanische Töpfer nach Japan, weil er die Wirtschaftskraft, die die Keramikherstellung für ein Land bedeuten kann, schnell erkannt hatte. Es wurde damit sowohl die Entwicklung der japanischen Teekeramik eingeleitet als auch die Übernahme der asymmetrischen Unterglasurmalerei.